Danke für diesen guten Abend ...
Mit bekannter Melodie, aber etwas abgewandeltem Text begann um 18 Uhr der Bußtags-Gottesdienst in der Dreieinigkeitskirche, den 20 KonfirmandInnen zusammen mit unserem Diakon Karsten Böhm und dem Teamer Uwe Heiland in Paplitz vorbereitet hatten (die philmelka und das Dezember-Gemeindeblatt berichteten von der Rüstzeit). Im Halbkreis standen sie neben dem Altar und führten als Chor den Gesang der Gemeinde an. Begleitet wurden sie von einem Konfirmanden, der Keyboard spielte.
Die Gemeinde hatte einen Andachtsraum vorgefunden, in dem mit Teelichtern ein Friedenssymbol vorbereitet war. Erfreulich, dass die Gemeinde sehr gemischt war: zahlreiche KonfirmandInnen waren da, aber auch die "klassische" Bußtags-Gemeinde.

Nach dem Begrüßungslied stellten sich vier Jungen auf: zu den Versen der Meditation "Friedensbringer" bewegten sie sich in selbst ausgedachte Gestiken hinein, die dann zu Standbildern erstarrten. Danach versammelten sich wieder alle Konfis, um gemeinsam mit der Gemeinde ein Glaubensbekenntnis aus Zimbabwe zu sprechen. Unter Begleitung unseres Kantors Bernd Sackmann stimmten sie dann mit der Gemeinde das Lied "Friedensnetz" an, um es anschließend mit Bindfäden zu knüpfen; das Netz verband über Stuhlreihen und Sitzblöcke hinweg die ganze Gemeinde.

Ein zentrales Element der Verkündigung waren zwei Anspiele, die Karsten aus dem Internet kopiert hatte: www.jugendgottesdienst.de. Das erste führte uns ins Restaurant "Zum Ewigen Leben", in dem die karge Speisekarte nur ein Menü bietet, das es aber in sich hat. Zwei Gäste löchern die Serviererin mit den vielen Fragen, die sich für sie aus den einzelnen Gängen ergeben. An allem mäkeln sie, überall werde etwas zu viel gefordert - da reiche doch von jedem nur ein bisschen und das ganze lauwarm serviert. Zweimal ein bisschen Christentum, zweimal Christ-Sein zum Abgewöhnen ...

Vor dem zweiten Anspiel begleitete wieder das Keyboard den Gesang der Gemeinde: "Freunde, dass der Mandelzweig". Anschließend ging es um "Masken", die ein Handelsunternehmen in allen Spielarten und Preisen feilbietet. Thema sind in dem Anspiel die Fassaden einer Wohlstandsgesellschaft, in der die Menschen den Bezug zu ihrem Lebensfundament, zu Gott, verloren haben. Da werden Zuneigung und Liebe geheuchelt, Selbssicherheit vorgegaukelt und Ängste versteckt. Da haben auch Masken ihren Preis, da taugen Sonderangebote nicht viel, und ab und an verschwinden auch mal gänzlich die echten Gesichter. Da freilich könne der Händler auch nichts machen. Allerdings rät er, die Konkurrenz aufzusuchen: bei der Gemeinde vor Ort könne man echte Gesichter bekommen.

Beschlossen wurde der Gottesdienst mit der Bitte um Gottes Geist ("Komm, heilger Geist") und dem Vaterunser. Es war ein Gottesdienst, in dem jede Konfirmandin, jeder Konfirmand das einbringen konnte, was sie, was er in Paplitz erarbeitet hatte. Diese Bußtags-Feier macht Mut, des öfteren Jugendgottesdienste anzubieten.

Uwe Heiland