Teufelskreise verlassen...
... ist das Motto der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade vom 9. bis 19.11.03, die in jedem Jahr in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag stattfindet.
Die großen Teufelskreise sind uns gut bekannt: der Nahe Osten, Irak, Ruanda, Kolumbien ... Gewalt - Gegengewalt oder Reichtum und Überfluss mit Schutzzöllen und Subventionen auf der einen Seite, und Hunger und Armut mit Perspektivlosigkeit und Ohnmacht auf der anderen Seite.
Teufelskreise leben auch wir in unserer Gesellschaft. Immer mehr Technik übernimmt die Arbeit für uns Menschen, aber wir schaffen es nicht, den Reichtum und die verbliebende Arbeit unter uns Menschen aufzuteilen.
Der Alltag als Teufelskreis, dreht sich, kehrt immer wieder und hat uns im Griff, wir sind keine freien Menschen mehr. Zahlungsverpflichtungen, Konsum, Freizeitansprüche, Suchtstrukturen bestimmen uns und nicht wir sie. Was hält unsere Gesundheit aus? Was macht eine Familie alles mit?
Das Durchbrechen dieser Kreise fällt uns schwer, vielleicht weil wir uns vieler Teufelskreise auch gar nicht bewusst sind, weil wir uns so sehr angepasst haben, dass es nicht mehr weh tut, dass ein Kaffeepflücker kaum sich und sein Familie ernähren kann, dass es nicht mehr weh tut, dass immer mehr Kinder bei uns von Sozialhilfe leben müssen, dass es uns nicht mehr empört, wie viele Erwachsene mit Kindern umgehen.
Die Versuchungsgeschichte Jesu (Matthäus 4,1-11) ist der Friedensdekade dieses Jahr zugeordnet. Ich denke, diese Geschichte kann uns helfen, Teufelskreise zu erkennen und zu benennen und gegen sie an zu gehen. Es gibt schon viele Initiativen wie Friedensgruppen, fairer Handel, Beratungsstellen, die neue Wege eröffnen.
Weitere Gedanken und Anregungen finden Sie unter www.FriedensDekade.de
Karsten Böhm