Wolfgang Köhler
Am frühen Morgen des 6. November 2001 verstarb unerwartet im Alter von 46 Jahren unser langjähriges haupt- und ehrenamtliches Gemeindemitglied Wolfgang Köhler. Ein Herz-Kreislauf-Versagen führte während des Schlafes seinen plötzlichen Tod herbei. Er hinterlässt zwei erwachsene Söhne.
Wolfgang ist, bis auf einige Jahre, sein Leben lang Mitglied unserer Gemeinde gewesen. Aufgewachsen im Goldlackweg, gehört seine Familie zu den Erstbesiedlern unseres Blumenviertels. So war er schon als Kind und Jugendlicher eingebunden in das Leben unserer Philipp-Melanchthon-Kapelle. Konfirmiert wurde er damals von Pastor Friedhelm Gutknecht; später gestaltete er im "Club 74" die Jugendarbeit unserer Gemeinde mit.
Nach seinem Abitur begann er an der TU Berlin ein Architektur-Studium, das er nach einigen Semestern abbrach, um eine Familie zu gründen. Den Lebensunterhalt verdiente er sich dann als Haus- und Kirchwart unserer Kapelle. Als solcher hat er in unserer Einrichtung viele Spuren hinterlassen: Ausbauten gerade im Jugendkeller tragen seine Handschrift - Wolfgangs Vorliebe waren Holzarbeiten -, viele Pläne, die unserem Bau-Ausschuss als Arbeitsgrundlage dienen, stammen von ihm. Sein künstlerisches Talent entfaltete er als zeitweiser Drucker unseres Gemeindebriefes, als Gestalter der Schaukästen, aber auch als Gitarrist und Sänger in Jugendgottesdiensten. Durch seine Begleitung zahlreicher Gemeindefeste hat er Arbeitsroutinen geprägt, die uns als Richtschnur noch heute die Arbeit erleichtern. Aber er hat es auch verstanden, Ehrenamtliche zu selbständigem Handeln anzuleiten. Das war wichtig gerade in der Zeit, als er sich beruflich neu orientierte und wir keine Aussicht hatten, seine Stelle neu zu besetzen.
Wolfgangs Leben ist ein Leben der Zäsuren und Neuanfänge gewesen: so nahm er Anfang der 90er Jahre an der TFH sein Studium wieder auf, um es erfolgreich abzuschließen. Er arbeitete dann als Architekt und zog für einige Jahre nach Lichterfelde, wo er mit seiner zweiten Frau lebte.
Sein Plan aber war es gewesen, im Goldlackweg ein Haus zu bauen. Das tat er auch und kehrte bald zu uns zurück. Ehrenamtlich stand er dann dem Bau-Ausschuss hilfreich zur Seite, er gestaltete den Innenraum unserer Kapelle neu, und er wurde 1998 mit respektablem Ergebnis als Ersatzältester gewählt. Als solcher beriet er mit die Neubesetzung unserer Pfarrstelle in der ersten Hälfte dieses Jahres.
Die Zäsuren und Neuanfänge seines Lebens ... - das bedeutete auch, dass er Menschen, die ihn lange kannten, erstaunen ließ und überraschte, aber auch verwirrte. So hat er uns mit vielerlei Erinnerungen und Gefühlen zurückgelassen.
Lieber Wolfgang, gebe Gott Dir den ewigen Frieden in Seiner neuen Welt! Schön, dass es Dich gab!
Uwe Heiland