Der Raub der Persephone Am 15.9.2002 hat die Laienspielgruppe des Wohnstättenwerkes in der Lipschitzallee ein Stück über den Raub der Persephone aufgeführt. Ort war unsere Dreieinigkeitskirche in der Lipschitzallee.

Ein Erzähler (Olaf) führt in das Stück ein, indem er die handelnden Personen vorstellt: Persephone (Susanne), die Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter (Ellen) und die Angebetete des Unterwelt-Gottes Hades (Henry), den Göttervater Zeus (Jürgen), der auch Hades Bruder ist, die Götterboten Hermes und Hermes (Thomas und Martin) und die Königin des eleusischen Reiches, Metaneira (Margot).
Das Stück beginnt mit den Bauern, die ihre Felder aufpflügen und säen. Persophone erntet ein paar Blüten des Feldes, zählt sie ab und muss dabei erkennen, dass sie geliebt wird. Das erfüllt sie mit Unruhe, da es sich bei dem Verehrer um Hades handelt. Ihre Sorge ist gerechtfertigt, denn Zeus willigt ein, dass sein Bruder Persephone in die Unterwelt entführt.
Demeter selbst, etwas Bedrohliches ahnend, sucht ihre Tochter. Doch nur das Echo antwortet ihren Rufen. Sie wartet ab, bis plötzlich die Götterboten die böse Nachricht bringen. Sie erkennt, dass ihre Tochter mit Duldung des Zeus geraubt worden ist. Sie schwört Rache und verhüllt ihr Haupt.
Ein Szenenwechsel führt ins Königreich Eleusis, wo Metaneira herrscht. Mit den Untertanen lebt sie ein glückliches Leben. Dazu kommt, dass sie gerade Mutter geworden ist. Sie genießt ihr Leben, bis Demeter kommt und ihr Kind halten will. Metaneira ahnt Unheil und möchte das Baby nicht aus der Hand geben. Da verflucht Demeter die Menschen: nichts würde sie mehr wachsen lassen.
Nun fangen hungrige Menschen an, unter großen Mühen die Felder zu bestellen, aber Demeter lässt die Saat nicht aufgehen. Auch das flehentliche Bitten der Mensch kann sie nicht erweichen. Sie bleibt hart und verweist auf Zeus. Der ganze Zorn der Menschen richtet sich nun auf den Göttervater, der ihnen schließlich nachgibt. Hades muss Persephone herausgeben. Doch er greift zu einer List: er gibt ihr einen Granatapfel zu essen.
Froh kann Demeter ihre Tochter wieder in Empfang nehmen, und die Menschen machen sich erleichtert an ihre Landarbeit. Aber Demeter, die von Hades' List erfahren hat, muss den Menschen ihr weiteres Schicksal verkünden: da Persephone vom Granatapfel gegessen hat, muss sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt leben. In dieser Zeit soll fortan keine Frucht mehr treiben. In den zwei Dritteln aber, wo Persephone auf der Erde weilt, sollen auch die Menschen Frucht anbauen, wachsen lassen und ernten können. So sind, nach der griechischen Mythologie, die Jahreszeiten über die Menschen gekommen.

Mit wenigen Mitteln ist es der Laienspielgruppe gelungen, ein Stück in Szene zu setzen, das die Verzweiflung Demeters, die Arroganz selbstgerechter Götter, aber auch die Ironie und den Witz der Götterboten gut zum Ausdruck bringt. Griechische Mythologie ist uns in kurzer Form nahe gebracht worden. Dabei gelingt es den DarstellerInnen, ihre Aussagen ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen. Ihre Spontaneität dabei zeigt deutlich, dass sie sich in den Rollen, in die geschlüpft sind, wohlfühlen. Eine Wiederholung (z.B. auf dem Martinsmarkt?) oder ein Gastspiel ist ihnen zu wünschen.

Weiter so! :-)

Uwe Heiland